mein opusculum
( ungefiltert )
( ausgedrückt )
( kundgetan )

In mondloser, sternenklarer Nacht des 22.05.2012, gegen drei Uhr, nach kurzem, tiefem Schlaf:

Mitmensch

Sagt mal: Was macht Ihr da mit mir?
Welch' grausige, verwünschte Sachen?
Mir meine Träume zu zertrampeln!
Was denkt Ihr Euch denn eigentlich dabei?
Eure Vermessenheit ist wirklich ohnegleichen!
Mein Gemüt ist doch kein Gästeklo,
auf das ein jeder nach Belieben treten kann,
sich seinen mit Unbilden übervollen,
vergor'nen Mastdarm auszustreichen!
Vielleicht hat's Euch noch niemand mitgeteilt,
dann denk' ich, es ist langsam an der Zeit,
Euch etwas Simples klarzumachen:
Es stimmt, daß ich die Dinge,
wie Ihr sie seht, nicht sehe;
daß ich deshalb zu Eurem Unbehagen,
meine eig'nen, vertretenen Wege gehe,
daß ich überdies nicht zu Euch gehöre,
und Euch deshalb verhalten störe.–
In einer Atempause Eures bunten Treibens,
da solltet Ihr Euch aber mal zu denken geben,
daß ich – bei allem, was Ihr treibt –,
ein empfindendes Wesen mit Bewußtsein,
ein Wesen, das frei atmen will und leben,
zudem: ein Mensch, mithin –
Euer Mitmensch bin.—

Voriger Happen (vom 11.05.2012)